Sonntag, 29. September 2013

Teil 15- Alex

Jetzt waren sie weg. Eigentlich wäre das jetzt die größte Chance meines Lebens. Ich war mit Lina alleine und konnte so mit ihr leichter ins Gespräch kommen. Ich hatte Lina schon immer als sehr nett empfunden, aber ich hatte immer Angst gehabt, mit ihr ein ernsthaftes Gespräch aufzubauen. Die wenigen Male, als wir uns gesehen haben, haben wir nicht mehr als 3 Sätze getauscht. Warum, weiß ich eigentlich auch nicht, denn ich war schon länger an ihr interessiert gewesen, hatte aber immer Angst gehabt, den ersten Schritt zu machen.
Aber jetzt war es endlich so weit, und ich nahm mir fest vor, diese Chance zu nutzen.
Aber wie konnte ich am besten anfangen, um mit ihr ins Gespräch zu kommen?
Deshalb fing ich an: „Woher kennst du Julia eigentlich?“
Schüchtern lächelte sie mich an und erzählte mir darauf, dass sie sich schon sehr lange kannten, seit ihrer Kindheit waren sie beste Freundinnen und waren seitdem unzertrennlich. Wir wurden mit der Zeit immer offener und ich stellte fest, dass wir uns total gut verstanden. Das machte mir großen Mut.
„Hast du Lust auf einen Spaziergang?“, fragte ich sie und ich hoffte so sehr, dass sie nicht abblocken würde, aber ich glaubte irgendwie fest dran, dass sie auch Lust hatte.
„Klar, warum nicht?“, fragte sie mich.
Und so machten wir uns auf den Weg nach draußen. Wir liefen nebeneinander her und unterhielten uns über dies und jenes und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass sie mich mochte. Vielleicht war es auch einfach nur Hoffnung. Aber ich meine, würde sie mich nicht mögen, hätte sie bestimmt nicht zugestimmt, mit mir einen Spaziergang zu machen. 
Nach einiger Zeit merkte ich, dass Lina ihre Arme um sich geschlungen hatte. 
„Ist dir kalt?“, fragte ich sie. Erst jetzt merkte ich, dass sie keine Jacke anhatte und sie bibberte.
„Ja, schon ein bisschen“, erwiderte sie.
„Komm“, sagte ich und zog meine Jacke aus. „Zieh meine Jacke an, dann wird’s dir wieder warm“, sagte ich zu ihr und reichte ihr meine Jacke. „Danke“, erwiderte sie und zog sich meine Jacke über. „Das ist echt nett von dir.“

„So was ist doch selbstverständlich“, winkte ich ab. „Mach dir keine Gedanken“, sagte ich und lächelte sie an. 
„Was machst du so in deiner Freizeit?“, fragte ich sie.
„Ich tanze und skate und du?“, fragte sie mich.
„Ich skate auch und spiele Handball“, erwiderte ich.
Sie skatete auch? Das war ja cool. Vielleicht könnten wir ja mal gemeinsam skaten gehen.
„Skatest du in einem Verein oder machst du das einfach, wie du Lust hast?“, fragte ich sie interessiert.
„Ich mache das sehr regelmäßig, bin aber nicht in einem Verein oder Ähnliches“, antwortete sie mir.
„Hast du vielleicht mal Lust, zu zweit skaten zu gehen?“, fragte ich sie und mein Herz pochte wie verrückt, doch ich versuchte so lässig wie möglich zu klingen. 
Doch sie konnte mir nicht mehr antworten, da im selben Moment Julia und Julian auf uns zu gelaufen kamen und unser Gespräch unterbrachen.
„Wo wart ihr? Wir haben uns solche Sorgen um euch gemacht“, sagte Julia besorgt.
„Wir haben uns nur dazu entschlossen, etwas an die frische Luft zu gehen, weil es drinne so warm war“, sagte ich und war ein wenig traurig darüber, dass die beiden jetzt genau in diesem Moment gekommen waren. Das wäre eben die größte Chance gewesen, Lina näher zu kommen.

 „Kommt, lasst uns noch ein wenig weitergehen“, schlug ich vor.
„Klar, gute Idee“, stimmte mir Lina zu und auch die anderen waren begeistert.
Ich sah Lina ganz genau an, dass sie mir eigentlich eine Antwort auf meine Frage geben wollte, aber jetzt, nachdem die anderen da waren, zu schüchtern dazu war. 
„Schatz?“, hörte ich Julia zu ihrem Freund Kumpel sagen. „Hast du kurz Zeit?“
„Klar, Süße“, stimmte Julian ihr zu. „Wir sind gleich wieder da.“
Und so gingen die beiden wieder weg und ich wartete für einen kurzen Augenblick, und da antwortete mir Lina auch schon: „Ja, Alex, ich hätte Lust mich mit dir zu treffen. Ich finde dich sehr nett und würde dich gerne besser kennenlernen.“
„Wirklich?“, fragte sie mich und klang dabei so erleichtert und glücklich. Aber das bildete ich mir eh nur ein. Sie sagte bestimmt nur aus reiner Höflichkeit nicht ab.
„Ja, ich meine das ernst, sonst würde ich dich ja nicht fragen“, sagte ich und schaute ihr in ihre wunderschönen Augen.
Ich war so erleichtert, dass wir uns so gut verstanden, ich meine, immerhin war sie die beste Freundin von meinem Freund seiner Freundin. Und gut sah sie auch aus. Ich hoffte so sehr, dass wir künftig mehr Kontakt haben würden.„Hast du morgen um 15 Uhr Zeit?“, fragte ich sie schnell.
„Ja, treffen wir uns bei dir und fahren dann los?“, fragte sie mich.
„Klar, ich freu mich“, erwiderte ich glücklich und umarmte sie.
„Wollen wir weitergehen?“, fragte Julia uns.
„Klar“, sagte ich nur knapp. Ich war enttäuscht und wütend. Gerade hatte ich mich mit Lina so gut verstanden und wir waren uns schon näher gekommen und dann tauchen die beiden auf und Lina wurde mir gegenüber wieder abweisender. Ich sah ihr an, dass sie unsicher war. Genauso wie ich.

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